Newsletter 6 vom Dezember 2025
Wenn Sinéad O’Connor „Silent Night“ singt, öffnet sich eine Tür in jene feinen, inneren Räume, die wir im Alltag oft verschliessen. Ihre Interpretation des Weihnachts-klassikers ist weit mehr als eine gefühlvolle Ballade – sie ist ein sanftes energetisches Tor in das Herzchakra, das Zentrum unserer Empathie, Liebe und inneren Wahrheit.
Die besondere Energie dieses Stücks – ein stiller Strom zwischen Schmerz, Sehnsucht und Hingabe
Sinéad O’Connors Interpretation von Silent Night trägt eine Energie, die gleichzeitig zerbrechlich und kraftvoll wirkt. Wenn ich es mir anhöre, habe ich den Eindruck, dass sie es mit ihrer wunderschönen Stimme nicht nur einfach singt, sondern es scheint durch sie hindurchzufliessen. Ganz besonders ist es für mich auch deshalb, weil es Sinéad O’Connor gelingt, eine Spannung zwischen Zartheit und innerer Stärke aufzubauen, so dass es sehr authentisch und nie kitschig wirkt. Jeder Ton klingt so, als würde er direkt aus einer tiefen seelischen Quelle gehoben. Es wirkt so, als ob sie beim Singen einen Raum betritt, in dem sie vollkommen ehrlich sein darf – ohne jegliche Pose und ohne Selbstschutz. Ihre Stimme wirkt wie Atem, wie Gebet, wie ein Flüstern aus einer verletzlichen, aber ungebrochenen Seele.
Diese authentische Schwingung ist der Kern der energetischen Kraft des Stücks. Man spürt, dass hier jemand singt, der viel gesehen, viel gefühlt und viel verarbeitet hat – und genau diese gelebte Erfahrung formt die besondere Aura, die das Lied erhält.
Der biografische Hintergrund – und warum er die Energie des Liedes so verändert
Sinéad O’Connor trug in ihrem Leben einen ungewöhnlich empfindsamen emotionalen Kompass. Ihre Biografie war geprägt von frühen Kindheitstraumata, einer intensiven spirituellen Suche, einer tiefen Sehnsucht nach Wahrheit und einem Herzen, das nie aufgehört hat, für Gerechtigkeit und Mitgefühl zu brennen.
O’Connor wuchs in einem Umfeld auf, das von Schmerz und Instabilität geprägt war. Ihr späteres Leben war von inneren Kämpfen begleitet – psychischen Belastungen, öffentlicher Kritik und dem Gefühl, immer wieder missverstanden zu werden.
Wenn sie Silent Night singt, hört man diese Wunde aber nicht als Bruch, sondern als offene Tür. Ein Ort, an dem Schmerz in Zärtlichkeit verwandelt wird und wo sich Verletzlichkeit zu einer Form von Mut transformiert.
Sinéad O’Connor suchte Zeit ihres Lebens nach spiritueller Wahrheit – mal innerhalb religiöser Traditionen, mal jenseits davon.
In „Silent Night“ trifft diese spirituelle Suche auf ein Lied, das seit Jahrhunderten als Symbol für Frieden, Geburt, Neubeginn und göttliche Stille gilt. Bei ihr wirkt es jedoch nicht sakral im dogmatischen Sinn, sondern eher wie ein persönliches Gebet, ein Moment des Rückzugs in einen inneren Raum, in dem Frieden wenigstens für ein paar Minuten möglich wird.
Trotz all ihrer Schwierigkeiten war Sinéad O’Connor ein Mensch mit enormer Empathie – für Ausgegrenzte, Verletzte, Ungesehene. Diese Empathie macht ihre Stimme weich, sogar dann, wenn sie von Schmerz spricht. In Silent Night wird diese Fähigkeit besonders spürbar:
Sie singt das Lied nicht wie eine Hymne, sondern wie eine Umarmung.
Eine, die sagt:
„Ich kenne die Dunkelheit – und trotzdem glaube ich an Licht.“
Warum die Energie des Liedes das Herzchakra so stark berührt
Das Herzchakra reagiert besonders auf Schwingungen, die aus echter emotionaler Offenheit entstehen. Und bei Sinéad O’Connor ist nichts künstlich: Ihre Stimme ist klar, aber niemals kalt. Sie ist sanft, aber nie sentimental. Sie trägt Trauer, ohne zu erdrücken. Sie trägt Hoffnung, ohne zu beschönigen. Es ist genau dieser Widerspruch zwischen Schmerz und Frieden, der das Herzchakra öffnet. Denn echte Heilung kommt nicht von Perfektion, sondern von Authentizität – und die hatte Sinéad O’Connor in selten reiner Form.
Ein Lied, das wie ein Echo ihres Lebens wirkt
Sinéad O’Connors Version von Silent Night ist nicht einfach ein Weihnachtslied. Es ist ein stiller Spiegel ihrer Biografie: die Suche, die Verletzlichkeit, die Sehnsucht nach Frieden, die tiefe Fähigkeit zu Mitgefühl. Es ist ein Lied, das wirkt, als hätte sie es nicht nur gesungen, sondern aus ihrem innersten Herzen gehoben.
Ein Lied, das uns einlädt, unser eigenes Herz ebenfalls zu öffnen – in Stille, in Weichheit, in Menschlichkeit.
Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten!
Und hier der Link auf Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=KWpXRk5f254
Newsletter 5 vom November 2025
Erst die Disco brachte die Wende – eine Erinnerung, die weiterwirkt
Es ist mittlerweile mehr als 35 Jahre her, als ich mich, motiviert und gut gelaunt, auf den Weg machte in die Innerschweiz, wo ich als Teilnehmer im Rahmen einer mehrjährigen Coachingausbildung eine einwöchige Jahreskonferenz besuchte. Diese Woche kommt mir auch heute noch ab und zu in den Sinn, wenn ich über Coaching nachdenke.
Eine steife und übertrieben kontrollierte Lernatmosphäre
Das Leitungsteam hatte sich grosse Mühe gegeben und die Tagung gut vorbereitet und entsprechend strukturiert. Man hatte ein wunderschönes und luxuriöses Seminarhotel mit Blick auf die Schweizer Alpen ausgewählt. Das Essen war vorzüglich und selbst das Wetter spielte mit. Also alles bestens – was konnte hier noch schief gehen? Dann kam der mit Spannung erwartete erste Seminarblock. Etwas steif, viel Theorie und wenig Lebendigkeit. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass alle einen möglichst guten Eindruck hinterlassen wollten – sowohl die (zahlenden) Teilnehmenden als auch die Mitglieder des Leitungsteams. Denn es machte den Anschein, als würden sich nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch der Staff ein Stück weit «auf dem Prüfstand» fühlen. Es schien enorm wichtig zu sein, dass man möglichst souverän wirkte und dabei ausschliesslich intellektuell hochstehende Redebeiträge von sich gab. Kurzum: Es herrschte eine gewisse Nervosität, die man durch ein sehr kontrolliertes Verhalten mit wenig Raum für Spontaneität zu verstecken versuchte. So ging auch der erste Tag zu Ende. Nichts Berauschendes und kaum richtige Nahrung für die neugierigen Seelen, die wissen wollten, wie man denn ein guter Coach werden kann. «Vielleicht ist das ja halt immer so in der Aufwärmphase», dachte ich mir abends, um die leichte Frustration, die in mir aufkam, etwas zu relativieren.
Der zweite Tag begann dann ähnlich, wie der erste zu Ende gegangen war. Mit viel Theorie, ernsten Gesichtern und dem Eindruck, dass Coaching wohl eine sehr ernsthafte Sache sein muss, wo es wirklich nichts zu Lachen gibt. Man sprach zwar miteinander, aber doch nicht wirklich. Alles lief auf einer äusserst kopfgesteuerten und kontrollierten Ebene ab, wo kein Raum wahr für ein spontanes oder vielleicht auch einmal etwas emotionales Statement. Die Atmosphäre war angespannt und nicht nur ich empfand sie als sehr unangenehm. Als man dann dazu überging, in Übungssequenzen die Coaching-Rolle zu trainieren und danach im Rahmen von Kleingruppen das beobachtete Verhalten kritisch zu reflektieren, wurde es noch schlimmer. Denn jetzt wollte sich erst recht niemand mehr irgendeine Blösse geben. Alles lief in perfekt kontrolliertem Rahmen ab. Ob wir dort allerdings allzu viel gelernt haben, wage ich heute zu bezweifeln. Ausser vielleicht die Kunst, «bei sich selbst zu bleiben» und sich von dieser übertrieben strengen und kontrollierten, ziemlich wachstumsfeindlichen Atmosphäre nicht zu sehr anstecken zu lassen.
Als es dann auch am dritten und vierten Tag keine wirkliche Verbesserung gab, begann ich allmählich zu resignieren. Es gelang mir nicht, dieser spannungsgeladenen Stimmung irgendetwas Positives entgegenzusetzen. Der offensichtliche Mangel an psychologischer Sicherheit führte dazu, dass sich alle in ihrem Schneckenhaus verkrochen und möglichst keine Fehler machen wollten. Man sprach zwar auf einer intellektuellen Ebene über offene Kommunikation und Authentizität, strahlte dabei aber genau das Gegenteil aus.
Und nun kommen wir endlich zum erfreulichen Teil dieser Geschichte – und zwar zum Abschlussabend - zur ultimativen Disco!
Musik als Turningpoint
Mit einer gewissen Hartnäckigkeit und einigem Improvisationstalent habe ich damals zusammen mit zwei weiteren Teilnehmenden eine Abschluss-Disco im grossen Sitzungsraum dieses Hotels organisiert. Der Start war – wen wundert’s – noch etwas verhalten. Doch schon bald wurde die Atmosphäre spürbar lockerer – und dies nach 5 Tagen extremer Steifheit. Allmählich begannen die Teilnehmenden – sowohl Ausbildungsteilnehmende als auch Mitglieder des Staffs – echte Freude zu bekommen an der Musik und am Tanzen. Die Gesichter begannen sich zu entspannen, die Körperbewegungen wurden lockerer und das Lächeln authentischer. Man musste auf einmal nicht mehr «gut» oder «gescheit» wirken. Man konnte einfach so sein, wie man sich gerade fühlte, Die Grenzen begannen sich zu verwischen. Und je länger der Abend dauerte, desto mehr Freude und Lebensenergie kam auf. Man spürte förmlich die Energie, die Kreativität und das Potenzial, das in vielen schlummerte und das in den vergangenen Tagen nie auch nur ansatzweise zum Vorschein gekommen war.
Als ich dann – während einer persönlichen Tanzpause – das Geschehen so am Rande mitverfolgte, da hatte ich das Gefühl, dass hier «neue Menschen in einem völlig neuen Umfeld» zusammen waren und sich am Leben freuten. Da bemerkte ich zum ersten Mal, dass sich in dieser Gruppe auch Leute befanden, zu denen man durchaus einmal in ein Coaching gehen könnte. Auf diese Idee wäre ich an den vorherigen Tagen jedenfalls nicht gekommen. Da war ich eher im Fluchtmodus.
Getanzt wurde dann noch fast bis zum Morgengrauen. Irgendwo musste die aufgestaute Energie ja hin. Am nächsten Tag hiess es dann Abschied nehmen und ich war wohl nicht der Einzige, der dann doch noch mit einem guten Gefühl wieder nach Hause gefahren ist.
Immer dann, wenn mir diese Geschichte zuweilen in den Sinn kommt, macht sich bei mir folgender Gedanke breit: Was wäre wohl gewesen, wenn man die Abschlussdisco zum Hauptprogrammpunkt dieser Jahreskonferenz erklärt hätte – mit dem Ziel, einen noch besseren Zugang zu seinen eigenen Ressourcen und zu seinem eigenen kreativen Potenzial zu finden. Die Theorieblöcke hätten dann die Bedeutung eines zusätzlichen und ergänzenden Angebots gehabt – gedacht für Situationen, in denen es durchaus Sinn macht, den menschlichen Verstand als wichtiges Hilfsmittel gezielt einzusetzen. Ich bin fast sicher, dass dies allen Beteiligten mehr gebracht hätte. Ich hoffe, man hat in diesen Coachingausbildungen mittlerweile dazu gelernt und realisiert, wie enorm wichtig es ist, nicht alle Themen und Probleme allein mit dem Kopf angehen und lösen zu wollen.
Und was sind deine Erfahrungen? Was denkst du darüber?
Newsletter 4 vom Oktober 2025
Auf den Spuren der Emotionen: Manfred Clynes - Musik, Klänge und die menschliche Seele
Wer sich vertieft mit der Verbindung von Musik und Emotionen auseinandersetzen möchte, kommt an Dr. Manfred Clynes nicht vorbei. In diesem Newsletter werde ich euch diesen bedeutenden Visionär etwas genauer vorstellen.
Musik spricht die Sprache der Gefühle – oft nüchtern gesagt, doch selten so direkt wie in den Arbeiten von Manfred Clynes (1925-2020). Der österreichisch-amerikanische Wissenschaftler, Pianist und Visionär hat einen Brückenschlag gebaut zwischen Klängen, Emotionen und einer systematischen Theorie, die bis heute Musikkultur, Psychologie und Neurowissenschaften inspiriert. Wenn man sich fragt, warum bestimmte Melodien Tränen freisetzen, andere uns jubeln oder uns in eine stille, konzentrierte Ruhe versetzen, liefert Clynes dazu sehr spannende Antworten.
Wer war Manfred Clynes? Er war ein vielseitiger Geist, ein versierter Pianist, der die Sprache der Musik wie kein anderer zu sprechen wusste, und zugleich ein Forscher, der sich mit Sensorik, Robotik und der Psychophysiologie von Emotionen beschäftigte. Sein interdisziplinärer Ansatz erlaubte es ihm, Musik nicht nur als Kunstform, sondern auch als messbares Phänomen zu betrachten – sie als eine direkte Beziehung zwischen Klangparametern und emotionalen Zuständen zu beschreiben.
Sein wissenschaftlicher Ansatz drehte sich um die Annahme, dass Emotionen durch spezifische akustische Merkmale ausgelöst oder moduliert werden können. In seiner Forschungsarbeit versuchte er, Muster zu identifizieren – Tonhöhe, Rhythmus, Klangfarbe, Dynamik – die systematisch mit bestimmten Gefühlszuständen korrelieren. Er ging davon aus, dass Musik nicht bloss subjektiv erlebt wird, sondern dass es eine grundlegende, wissenschaftlich beschreibbare Verbindung zwischen dem, was wir hören, und dem, was wir empfinden, gibt.
Klang, Musik und Emotionen: Ein faszinierender Zusammenhang
Klang (als kultureller Kontext) und Musik: Musik wird in vielen Kulturen als soziale Brücke genutzt. Rituale, Gesänge, Tanz – all das formt kollektive Emotionen. Clynes’ Ansatz legt nahe, dass bestimmte klangliche Muster in der Musik emotionale Resonanzen hervorrufen, die in sozialen Räumen geteilt werden.
Emotionen als fundamentale Reaktion: Wenn wir hören, wie eine Melodie ansteigt, wie ein Rhythmus beruhigt oder wie ein Timbre scharf aufblüht, reagieren wir prompt – oft unbewusst. Clynes sah diese Reaktionen als Teil einer biologisch verankerten Kommunikation durch Klang.
Wissenschaftliche Begründung: Durch Messungen, Experimente und theoretische Modelle versuchte Clynes, die Brücke zwischen subjektiver Musikerfahrung und objektiver Datenlage zu schlagen. Seine Arbeiten trugen dazu bei, Musik als eine Form der emotionalen Informationsvermittlung zu begreifen.
Warum Clynes heute noch relevant ist
Interdisziplinäre Brücke: Seine Ideen verbinden Musiktheorie, Psychologie, Neurowissenschaften und sogar Anthropologie.
Praxisnah für Musiker: Als Pianist wusste er, wie Technik, Klangführung und expressive Phrasierung direkt emotionale Reaktionen beim Publikum auslösen.
Impuls für moderne Forschung: Seine Konzepte liefern Anknüpfungspunkte für aktuelle Studien zu Musik und sogar zu emotionsbasierter Mensch-Maschine-Kommunikation.
Warum man ihn lesen sollte
Sein ganzheitlicher Blick ist sehr inspirierend: Denn Clynes verbindet künstlerische Intuition mit wissenschaftlicher Genauigkeit.
Er bietet eine klare Sprache für komplexe Zusammenhänge: Warum eine Passage besonders wirkt, welche Gefühle sie auslöst und wie das messbar wird.
Er öffnet Türen zu neuen Perspektiven: Insbesondere im Zusammenhang mit der Frage, wie Musik unser Innenleben beeinflusst – individuell und kollektiv.
Manfred Clynes zeigt uns, dass Musik viel mehr ist als Klang an sich. Es ist eine universelle Sprache der Emotionen, die sich sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft ausdrückt. Wer sich auf die Spur der Emotionen begeben möchte, findet in Clynes’ Werk eine reichhaltige Landkarte: eine Verbindungslinie von Klängen zu Gefühlen, von individuellen Phrasen zum gemeinsamen Erleben, untermauert von einer wissenschaftlichen Fundierung.
In meinen Coachings, in denen ich das Medium Musik anwende, versuche ich, die zentralen Kernaussagen seiner Lehre aktiv anzuwenden und umzusetzen.
Literaturtipp:
Dr. Manfred Clynes, Auf den Spuren der Emotionen, mit einem Geleitwort von Yehudi Menuhin
ISBN 3-924077-30-4
Newsletter 3 vom September 2025
«Diavolo in me» von Zucchero – 130 % Lebensenergie pur als Coachinginstrument
Warst du schon einmal an einem Zucchero-Konzert und hast gespürt, wie die Post abgeht, wenn er diesen Song spielt? Dann weisst du Bescheid. Innert Sekunden ist diese Kraft da und überträgt sich auf das Publikum. Wie man dieses Phänomen im Rahmen eines Coachings nutzen kann, zeige ich dir in diesem Newsletter.
Ein Coachee von mir – nennen wir ihn Peter – hatte schon einige Coaching-Stunden hinter sich, in welchen wir eine umfassende Auslegeordnung gemacht und die primären Coaching-Ziele herauskristallisiert hatten. Eines seiner Ziele war das Herausfinden aus seiner selbst festgestellten Lethargie. Es gab so ein paar Dinge in seinem Leben, die ihn bremsten und dazu führten, dass er stets mit «angezogener Handbremse» unterwegs war. Er analysierte alles und versuchte stets, seine Probleme und seine Unzufriedenheit mit dem Kopf zu lösen. Daher war es für ihn natürlich zunächst wichtig, auf der kognitiven Ebene nach möglichen Gründen zu suchen, um sich dann – so stellte er sich das vor – Schritt für Schritt davon befreien zu können. So haben wir dies fast alle schliesslich irgendwann einmal gelernt und versuchen, diesen Weg der Problemlösung im täglichen Leben anzuwenden. Mit oder ohne Coach. Doch daneben gibt es noch einen anderen Weg, einen, der viel direkter zum Ziel führt – in doiesem Fall zur Überwindung von Energielosigkeit. Es ist der Weg der Musik!
Wenn wir uns nämlich öffnen und wenn es uns gelingt, «den Kopf und das Kopfkino» für einen Moment abzustellen, dann wird es auf einmal möglich, über den emotionalen Kanal ganz unmittelbar und ganz direkt etwas wahrzunehmen, was wir eine Minute vorher nicht für möglich gehalten hätten. Wir spüren auf einmal wieder Kraft und Lebensenergie in uns. – «Diavolo in me» wirkt wie eine Energiespritze! Das war auch bei Peter so, meinem Coachee. Wir hörten uns den Song gemeinsam an. Dann ein zweites Mal – diesmal nicht mehr sitzend, sondern im Stehen. Er sagte zu mir, dass er sich bewegen möchte. Plötzlich sah ich ein befreites Lächeln auf seinem Gesicht. Danach setzen wir uns wieder hin und besprachen seine eben erlebten Erfahrungen. Am Ende der Sitzung gab ich ihm die Hausaufgabe, bis zum nächsten Mal etwas aufmerksamer darauf zu achten, welche Musik ihm eine ähnliche Erfahrung vermitteln kann. Er musste sich eine Playlist zusammenstellen mit dem Titel «Lebensenergie». Ich lud ihn zudem ein, eine Art «Musiktagebuch» zu schreiben. Er sollte sich Notizen dazu machen, welche inneren Bilder und Emotionen er bei welchen Songs spürte. Es ging hier nicht mehr in erster Linie um analytische Selbstreflexion, sondern um das spielerische Wahrnehmen der inneren emotionalen Welt. Denn man muss seine eigenen Ressourcen erst kennen, bevor man sie gezielt einsetzen kann.
Natürlich wird man nicht über Nacht zu einem neuen Menschen und natürlich reicht es nicht, einmal einen bestimmten Song zu hören, um seine innere Lethargie zu überwinden. Aber – und davon bin ich sehr überzeugt – Musik kann der erste und sehr wichtige Schritt sein auf der Reise zu sich selbst. Man kann so auf ganz leichte Art lernen, wie man Zugang erhält zu seinen inneren Ressourcen. Genau genommen ist es aber nicht einmal ein Lernen, sondern vielmehr ein Wiederentdecken. Denn in unserer Jugendzeit haben wir das fast alle irgendwann einmal erfahren, wie man sich fühlen kann, wenn man an einem Konzert, an einer Party oder in einer Disco ganz eins wird mit der Musik. Dies kann eine wunderschöne Erfahrung sein, die uns viele positive Emotionen und viel Zuversicht vermittelt. Viele von uns haben dies im Verlaufe des Erwachsenenalters – irgendwann einmal zwischen Berufskarriere und Elternpflichten – verloren. Und heute liegt es soweit zurück, dass wir uns kaum mehr daran erinnern, so dass es für unser heutiges Leben kaum mehr eine Bedeutung hat. Aber dies kann man ändern. Disco ü 50 lässt grüssen!
In meinen Coachings wähle ich nicht selten diesen Weg der unmittelbaren emotionalen Erfahrung über die Musik. Nicht immer ist es der gleiche Weg, nicht immer das gleiche Thema, nicht immer die gleiche Musik. Hast du Lust zu erfahren, welche Themen bei dir anstehen und welche Playlist dir guttun würde?
Dann komm einmal bei mir vorbei.
Mit herzlichem Gruss
Bob, dein Coach in der Berner Altstadt
Newsletter 2 vom August 2025
Entdecke die besonderen Eigenschaften der Solfeggio-Frequenzen
Liebe Leserin, lieber Leser,
heute möchte ich dich auf eine spannende Reise in die Welt der Klänge und Schwingungen mitnehmen. Und zwar geht es um etwas, das ich fast per Zufall zusammen mit unserem Hund Talli entdeckt habe und das meine Neugierde so gepackt hat, dass ich mich intensiver damit auseinandergesetzt habe. Es geht nämlich um Solfeggio-Frequenzen. Vielleicht hast du auch schon davon gehört. Vielleicht hast du sie in Meditationen, Heilpraktiken oder bei Entspannungsübungen entdeckt. Doch was genau sind diese Frequenzen und warum werden sie so besonders geschätzt?
Doch zunächst zu einer andern Frage: Was hat das mit unserem Hund zu tun? – Nun, ganz einfach. Am ersten August und auch am Sylvester hat unser Hund immer Angst wegen des Feuerwerks. Es ist eine sehr unangenehme Zeit für ihn. Dann habe ich am 1.8. vor einem Jahr per Zufall Musik mit Solfeggio-Frequenzen gehört – ziemlich laut sogar. Und Talli kam sofort zu mir und legte sich ganz gemütlich neben mich. Er schien sich auf einmal sehr wohl zu fühlen und schlief bald friedlich ein – etwas, das sonst am 1. August und an Sylvester absolut nicht möglich schien, zumindest nicht vor 4 Uhr morgens. Ich hab dann dieses «Experiment» (es geht auch ohne Feuerwerk 😊) noch ein paar Mal wiederholt – immer mit dem gleichen Ergebnis: Wenn Talli etwas nervös und unruhig war vorher, dann beruhigte er sich jeweils sofort und schlief dann friedlich ein. Ich habe festgestellt, dass diese Frequenzen nicht nurauf Talli, sondern auch auf mich eine sehr positive Wirkung haben. Danach habe ich etwas mehr recherchiert. Hier nun die wichtigsten Infos für euch:
Was sind Solfeggio-Frequenzen überhaupt?
Solfeggio-Frequenzen sind spezielle Schallfrequenzen, die auf einer alten musikalischen Skala basieren und seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen für spirituelle, heilende und meditative Zwecke genutzt werden. Sie unterscheiden sich von herkömmlicher Musik durch ihre gezielt ausgewählten Schwingungen, die auf bestimmte energetische und emotionale Prozesse wirken sollen. Diese Frequenzen sind in der Lage, unser Energiefeld zu harmonisieren, Blockaden zu lösen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie werden oft in Klangtherapien, Meditationen oder bei der Heilung eingesetzt, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.
Die besonderen Eigenschaften der Solfeggio-Frequenzen
1. Harmonisierung von Körper und Geist
Die Frequenzen sollen dabei helfen, energetische Blockaden zu lösen, negative Muster aufzulösen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie fördern ein tiefes Gefühl von Ruhe, Klarheit und Verbundenheit mit sich selbst und der Umwelt. Viele Menschen berichten, dass sie nach der Anwendung eine gesteigerte innere Balance und ein Gefühl der Geborgenheit spüren.
2. Förderung der Heilung
Es wird angenommen, dass Solfeggio-Frequenzen auf einer tiefen energetischen Ebene wirken und den Heilungsprozess unterstützen können. Sie sollen Schmerzen lindern, den Körper bei der Regeneration unterstützen und das Immunsystem stärken. Viele Anwender berichten, dass sie durch die Klänge eine Verbesserung ihres allgemeinen Wohlbefindens erfahren.
3. Steigerung des Bewusstseins
Diese Frequenzen sind ideal, um in tiefe meditative Zustände einzutauchen. Sie helfen dabei, den Geist zu beruhigen, den Zugang zu inneren Ressourcen zu erleichtern und das Bewusstsein zu erweitern. Dadurch können spirituelle Erkenntnisse gefördert und die persönliche Entwicklung unterstützt werden.
4. Schwingungsanpassung
Es wird angenommen, dass die Solfeggio-Frequenzen die eigene Schwingung anheben und so positive Veränderungen im Leben bewirken können. Sie helfen, alte Muster loszulassen und eine höhere Schwingung zu erreichen, was sich in mehr Lebensfreude, Klarheit und innerer Stärke zeigen kann.
Warum sind sie so besonders?
Was die Solfeggio-Frequenzen von anderen Klängen unterscheidet, ist ihre jahrhundertealte Tradition, ihre gezielte Wirkung auf das energetische System und die vielfältigen positiven Erfahrungen, die Menschen damit machen. Viele berichten, dass sie sofort eine tiefgehende Entspannung und ein Gefühl der Harmonie spüren, wenn sie diese Frequenzen hören. Sie wirken auf einer subtilen Ebene, die oft schwer in Worte zu fassen ist, aber dennoch spürbar ist. Zudem lassen sich die Frequenzen leicht in den Alltag integrieren – sei es durch spezielle Klangaufnahmen, Musik oder Klangschalen – und können so regelmässig genutzt werden, um das eigene Wohlbefinden zu steigern. Wenn du neugierig geworden bist, lade ich dich herzlich ein, es selbst auszuprobieren. Höre dir eine Solfeggio-Frequenz an, atme tief durch und spüre, wie sich dein Körper und Geist entspannen.
Ich wünsche dir eine harmonische und klangvolle Reise!
Noch etwas:
Du findest Musik mit Solfeggio-Frequenzen auch einfach in den Musikportalen wie Music von Apple oder Spotify. Aber achte darauf, dass du diese Musik nicht im mp3-Format, sondern in einer besseren Qualität hörst. Denn sonst ist es wahrscheinlich, dass sich diese positiven Effekte nicht einstellen. Bei «Music» kannst du zum Beispiel bei den Einstellungen auf «lossless» schalten, damit keine Informationen aus dem Original-Audiosignal verloren gehen.
Nun wünsch ich dir viel Vergnügen!
Newsletter 1 vom Juni 2025
Musik und Emotionen im Coachingprozess – überraschend einfach Ziele erreichen
Montagmorgen, unterwegs ins Büro. Aus den Kopfhörern ertönen die ersten Takte eines Songs aus Ihrer Jugendzeit. In Sekundenschnelle sehen Sie das Bild Ihrer ersten grossen Liebe vor sich. Sie erinnern sich daran, wie Sie sich das erste Mal umarmt haben und schwelgen in alten Erinnerungen. Vielleicht spüren Sie dabei sogar, wie es mit der Zeit in Ihrer Herzgegend angenehm warm wird.
Heute weiss man, dass all unsere einmal erlebten Gefühle irgendwo in unserem Körper abgespeichert sind und dass es grundsätzlich möglich ist, diese Gefühle zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu spüren – die angenehmen, aber auch die unangenehmen. Die meisten von uns haben schon öfters die Erfahrung gemacht, dass Musik ein ideales Instrument ist, um Gefühlserinnerungen auszulösen. Bis heute kann zwar nur ein kleiner Teil von dem, was da genau passiert, wissenschaftlich erklärt werden. Den weitaus grösseren Teil wissen wir vor allem aufgrund unserer eigenen, ganz persönlichen, Erfahrungen. Es scheint so zu sein, dass wir einerseits durch Musik an eigene Gefühle erinnert werden können. Andererseits können Gefühle durch Musik auch ausgedrückt und übertragen werden. An Konzerten erleben wir, wie Musik einen ganzen Raum zu füllen vermag und wie das Publikum die Emotionen, die von der Musik ausgehen, aufnimmt und darauf reagiert. Man kann sogar sagen: Hier findet über Musik und Emotionen Kommunikation zwischen Musiker:innen und Publikum statt.
Vorläufiges Fazit: So wie Musik etwas mit Schwingungen und Energie zu tun hat, haben auch Gefühle etwas mit Schwingungen und Energie zu tun. Zudem scheint über Musik ein kommunikativer Austausch möglich zu sein.
Szenenwechsel: Sie nehmen an einem geschäftlichen Meeting teil und beobachten, wie zwei verschiedene Personen das Gleiche erzählen – allerdings mit völlig unterschiedlicher Wirkung auf ihr Umfeld. Während man den Inhalt des Gesagten bei der ersten Person kaum zur Kenntnis zu nehmen scheint und sogleich darüber hinweggeht, kennt die Begeisterung über den gleichen Inhalt bei der zweiten Person kaum Grenzen. Nach dem Meeting gehen einige der Teilnehmenden sogar zu dieser zweiten Person und bedanken sich bei ihr nochmals für diesen Super-Input. Was ist hier passiert?
Auch hier geht es um den Austausch von Energie und Schwingung. Auch hier geht es um Kommunikation – diesmal jedoch auf der sprachlichen Ebene. Hier wird deutlich, dass im verbalen Austausch oft nicht der Inhalt, sondern die Energie, die hinter den Worten steckt, entscheidend dafür ist, ob sich jemand in einer Gruppe Gehör verschaffen kann oder nicht.
In meiner langjährigen Tätigkeit als Assessor gehört es zu meinen Kernaufgaben, andere Menschen und deren Verhalten im sozialen Kontext möglichst präzise wahrzunehmen und daraus Schlussfolgerungen über vorher definierte Kompetenzen abzuleiten. Dabei ist es selbstverständlich, sowohl auf der verbalen als auch auf der non-verbalen Ebene aufmerksam zu beobachten, was zwischen den involvierten Personen genau abläuft. Im Verlaufe der Jahre bin ich dabei immer mehr zur Überzeugung gelangt, dass letztlich fast jeder kommunikative Austausch zwischen Menschen auch als Austausch von Schwingungsenergie verstanden und beschrieben werden kann und dass eine solche Betrachtungsebene sogar eine weitaus differenziertere Wahrnehmung der Kommunikation erlaubt. Unser eigener Körper dient uns dabei insofern als wichtiges Hilfsmittel und als Informationskanal, als die erwähnten Schwingungen im eigenen Körper wahrgenommen werden können. Dazu braucht es natürlich etwas Übung.
Ein eng damit zusammenhängendes Phänomen wird im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs auch unter dem Begriff der «Spiegelneuronen» behandelt. Demnach scheint es in unserem Gehirn Nervenzellen zu geben, die sowohl beim Beobachten als auch beim Erleben desselben Gefühls aktiv sind. So sagt man beispielsweise nicht ohne Grund, dass Lachen ansteckend ist. Denn bei lachenden Menschen sind teilweise die gleichen Nervenzellen aktiv wie bei Menschen, die lachenden Menschen zusehen. Genau aus diesem Grund werden die Zuschauer:innen mit der Zeit auch zu lachen beginnen, weil in ihnen die gleichen Nervenzellen aktiv sind. Warum ist das so? Es scheint etwas zu geben, das uns auf irgendeine Art miteinander verbindet, ohne dass man es genau lokalisieren oder definieren kann. Der Begriff der Schwingung ist eine Möglichkeit, dieses Phänomen zu benennen.
Wenn also Musik Schwingung ist, die in uns tiefe Emotionen auslösen kann und wenn sogar die zwischenmenschliche Kommunikation von diesen Schwingungen stark beeinflusst wird, dann lohnt es sich wohl, sich eingehender damit zu beschäftigen. Das Bild, dass wir Menschen stets von Schwingungsenergie umgeben sind, die uns formt und unser Verhalten mitbestimmt, bildet denn auch die Grundlage meines Coaching-Ansatzes.
Ich benutze dabei das Medium der Musik als Orientierungsrahmen und zugleich als «Energielieferanten», um dem Coachee ganz neue Klang- und Erfahrungswelten zu eröffnen. Wer gern Musik hört, hat die Erfahrung gemacht, dass wir durch Musik Energie schöpfen können. Wer sich schon intensiver mit Musik auseinandergesetzt hat, der weiss auch, dass bestimmte Musikrichtungen das Lebensgefühl einer ganzen Generation wiedergeben können. Sei es nun Rock’n Roll, Soul, Hip-Hop, Rap, Reggae, Ethno, Blues, Rock oder Pop. Es geht dabei immer auch um Energie. Mit dem Medium der Musik ist es möglich, bestimmte Stimmungen, Gefühlslagen und Lebens-Grundhaltungen auszudrücken und unmittelbar erlebbar zu machen. Dabei habe ich in meinen Coachings einen pragmatischen Ansatz gewählt und unterscheide zwischen den folgenden drei Energiefeldern, denen ich ganz bestimmte Musik zuordne:
· Der Themenbereich von Urvertrauen, Sicherheit und Lebenskraft. Hier liegt das Ziel darin, ganz im Hier und Jetzt zu sein, präsent zu sein und dem Leben zu vertrauen. Geeignete Klänge und Rhythmen, die uns dabei unterstützen können, sind beispielsweise in der afrikanischen Musik mit ihren kraftvollen Trommelschlägen zu finden. Taucht man in diese Musik ein, spürt man sofort die Verbundenheit mit der Erde.
· Der Themenbereich von Freude, Lachen, aber auch von Aggression. Hier liegt die Aufgabe darin, eigene Emotionen bewusst als solche wahrzunehmen, sie auszudrücken und im sozialen Austausch auch aktiv zu nutzen. Wenn wir auf der emotionalen Ebene wissen, was wir wollen, dann ist es oft einfacher, uns für unsere Interessen einzusetzen und uns auch in einem kompetitiven Umfeld durchzusetzen. Hier gibt es – je nach Gefühlslage – eine Vielzahl von Musikrichtungen, die uns dabei unterstützen können, in die gewünschte emotionale Energie einzutauchen.
· Schliesslich der ganze Bereich von Empathie und Selbstfürsorge. Hier geht es schliesslich darum, dass wir mit Musik unsere «Herzen öffnen», um Mitgefühl, Toleranz und Akzeptanz spüren und leben zu können – sowohl uns selbst als auch den anderen Menschen gegenüber. Hier kennen wir wohl alle eine Menge an passender Musik, die wir damit verbinden. Wir können diesen Effekt ganz bewusst einsetzen, um auch in diesem Bereich noch kraftvoller zu werden und diese Energie noch gezielter in unseren Alltag zu bringen.
Mit Hilfe umfassender Klang- und Erfahrungswelten ist es für den Coachee möglich, sich auf spielerische Art mit seinen persönlichen Themen und Entwicklungsfeldern auseinanderzusetzen und dabei gleichzeitig Energie zu tanken. Je leichter dieser Zugang für den Coachee wird, desto näher kommt er dabei seiner ganz eigenen Energie. Und darin liegt letztlich das Hauptziel in den allermeisten Coachingprozessen.